Einschränkung beim Zugang zu kostenfreien Integrationskursen – 190 Forschende fordern Bundesinnenminister Dobrindt zur Rücknahme auf.
Als Reaktion auf die Entscheidung des Bundesinnenministeriums, den Zugang zu Integrationskursen zu beschränken, haben Wissenschaftler:innen aus den Bereichen Deutsch als Fremd- und Zweitsprache und aus benachbarten Disziplinen im Bereich der Sprach-, Sozial- und Bildunsgwissenschaften im März 2026 einen offenen Brief an Bundesinnenminister Alexander Dobrindt gerichtet. Der Brief heißt „Offener Brief aus der Wissenschaft zu den aktuellen Zugangsbeschränkungen bei Integrationskursen“. Darin heißt es:
Die Entscheidung, den Zugang zu diesen Kursen zu verknappen und die Mittel zu kürzen, verkennt grundlegende wissenschaftliche Erkenntnisse über den Zusammenhang von Spracherwerb, Arbeitsmarktintegration und gesellschaftlicher Teilhabe. Wir fordern eine Rücknahme der Einschränkungen beim Zugang zum Integrationskurs und den weiteren Erhalt des etablierten und bewährten Integrationskurssystems.
Von den aktuell geplanten Einschränkungen im kostenfreien Zugang für „freiwillig“ Teilnehmende seien im Jahr 2026 allein voraussichtlich 129.500 (Neu-)Zugewanderte direkt betroffen.
In dem Brief wird begründet, warum sich bestehende Angebote für die drei Bereiche – Spracherwerb, Arbeitsmarktintegration und gesellschaftliche Teilhabe – bewährt haben und mit welchen negativen zu rechnen sei, wenn die aktuell geplanten Kürzungen aufrechterhalten blieben.
Text: LEO-Blog Uni Hamburg, leicht angepasst und ergänzt von Nicole Pöppel