Filmbesprechung der französischen Komödie „Es sind die kleinen Dinge“. Der Film ist aktuell (August 2o26) in der ARD-Mediathek abrufbar.

Der französische Spielfilm „Es sind die kleinen Dinge“, der einen gering literalisierten Protagonisten zeigt, ist aktuell in der ARD-Mediathek zu sehen. Der Film „Es sind die kleinen Dinge“ (original: „Les Petites Victoires“) spielt in einem Dorf in der Bretagne und erzählt, wie ein einheimischer Rentner nochmal neu lesen und schreiben lernt. Nach einem Autounfall wird der Protagonist aufgefordert, ein Formular auszufüllen. Da er mit mehreren Vorwänden nicht weiterkommt, verlässt er wütend den Unfallort und offenbart sich Stunden später der Dorflehrerin (Julia Piaton). Bis zum Tod seines Bruders hatte er stets Unterstützung bei allen schriftsprachbezogenen Angelegenheiten. Nun begibt er sich freiwillig wieder auf den Weg des Lesenlernens, indem er sich auch gegen Widerstände in die örtliche Grundschulklasse setzt.

Auf eine sowohl heitere als auch bewegende Art und Weise beschreibt der Film das Thema der geringen Literalität und bringt es so einem breiten Publikum näher. Die Hauptfigur, gespielt von Michel Blanc, wird nicht nur als sensibler Mensch dargestellt, sondern auch als durchaus schlau, charmant und witzig. Als Zuschauer begegnet man ihm weniger mit Mitleid als mit Wohlwollen und Wertschätzung.

Der Film greift mehrere typische Verhaltensweisen auf, die Betroffene an den Tag legen. Das belegt, dass das in Deutschland bekannte Phänomen der geringen Literalität, die zugrundeliegenden Ursachen sowie die damit einhergehenden Strategien grenzübergreifend von Bedeutung sind und erkennbare Gemeinsamkeiten aufweisen. Auch wenn einige Elemente aufgrund des Spielfilmformats überzogen oder verkürzt dargestellt werden, so wird deutlich, dass die Problematik gut recherchiert und publikumsgerecht aufbereitet ist.

Titel                                 Es sind die kleinen Dinge (2023)
Originaltitel                  Les petites victoires
Regie                                Mélanie Auffret
Produktionsland         Frankreich
Filmlänge                       89 Min
Darsteller                       Julia Piaton, Michel Blanc, Lionel Abelanski, Marie Bunel und India Hair

Text: Adrian Eppel, aktualisiert von Nicole Pöppel