Die Ergebnisse der PISA-Studie zeigen: Die Bildungsungleichheit in Deutschland ist massiv, die gemessenen Grundkompetenzen schlecht wie nie.

Die Ergebnisse der PISA-Studie zeigen: Die gemessenen Leistungen der Schülerinnen und Schüler in den Grundkompetenzen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften sind auf einem historischen Tiefstand. In diesem PISA-Zyklus zeigt sich, dass nicht nur die Leistungen der Schwächeren abnehmen, sondern dass auch die Leistungsspitze an Kompetenzen einbüßt. Die PISA-Studie bestätigt erneut das, was andere Kompetenzstudien bei Kindern und Erwachsenen zeigen: In Deutschland ist die Bildungsschere sehr groß und der Bildungserfolg hängt stark von der sozioökonomischen Herkunft und dem Elternhaus ab. Deutschland liegt insgesamt im Mittelfeld der OECD-Länder.

Ein Interview mit dem Forschungsleiter Samuel Greiff auf Zeit.de.

Das Interview beschreibt deutlich Kompetenzlevels bei Schülerinnen und Schülern, die wir auch im Bereich geringe Literalität bei Erwachsenen beschreiben und sehen. Viele 15-jährige Schüler:innen haben zu geringe Kompetenzen, um selbst gängige Alltagsanforderungen im Lesen oder Rechnen zu bewältigen. Der Bildungswissenschaftler weist auf mögliche perspektivische  Teilhabeausschlüsse dieser Schülerinnen und Schüler hin.

Kommentar

Die PISA-Ergebnisse zeigen erneut, wie wichtig die frühe und ausreichende Förderung von Grundkompetenzen wie Lesen und Rechnen ist. Dafür braucht es rechtzeitige Unterstützung und eine Stärkung der Grundkompetenzen im Schulsystem. Die verbleibende Schulzeit muss genutzt werden, um bestehende Lücken zu schließen. Doch Unterstützung darf nicht mit der Schulzeit enden: Wer die Schule mit unzureichenden Grundkompetenzen verlässt, braucht auch im Erwachsenenalter verlässliche Möglichkeiten, diese weiterzuentwickeln – für mehr Selbstständigkeit sowie berufliche und gesellschaftliche Teilhabe. Als Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V. fordern wir deshalb, die Grundbildung weiter als festen Bestandteil der Erwachsenenbildung zu stärken: mit gut zugänglichen, vernetzten Angeboten und einer verlässlichen öffentlichen Finanzierung.

Hintergrund

Die PISA-Studie 2025 wurde am 8. September 2026 vorgestellt. Das „Programme for International Student Assessment“ (PISA) erfasst weltweit Schülerleistungen und vergleicht diese international. Initiator des Programms ist die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung). Im Auftrag der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (KMK) übernimmt das Zentrum für internationale Bildungsvergleichsstudien (ZIB) an der TU München nach 2012, 2015, 2018 und 2022 auch das nationale Projektmanagement für PISA 2025 in Deutschland. Die wissenschaftliche Projektleitung obliegt Prof. Dr. Samuel Greiff. Mit der Feldarbeit und Datenerhebung in den Schulen ist die IEA Hamburg betraut.

Mehr Informationen zu PISA finden Sie hier.

Text: Nicole Pöppel
Bild: KI-generierte Illustration, erstellt mit ChatGPT (OpenAI).