Das ALFA-Mobil
„Seit über 10 Jahren habe ich das ALFA-Mobil begleitet. Wir haben viele Betroffene erreicht, damit sie einen Lese- und
Schreibkurs für Erwachsene besuchen. Es wäre schön gewesen, wenn es sowas auch früher gegeben hätte, als
ich die Schule verlassen habe, dann hätte ich viel früher lesen und schreiben gelernt.“ (Peter Schmitz, Lernbotschafter am ALFA-Mobil seit 2015)

Lernbotschafter:innen machen Mut zum Lernen. Bild: BVAG
Das ALFA-Mobil verbindet Öffentlichkeitsarbeit für Alphabetisierung und Grundbildung mit konkreter Beratung vor Ort – gemeinsam mit bundesweit tätigem Fachpersonal, lokal verantwortlichen Bildungsanbietern und Menschen, die selbst als Erwachsene (noch mal) begonnen haben, lesen und schreiben zu lernen und dem Thema als ehrenamtliche Lernbotschafter:innen Stimme und Gesicht geben. Sie können Vorurteile abbauen und mit ihren Geschichten und Lebenswegen andere zum Lernen motivieren.
„Sowohl bei den öffentlichkeitswirksamen Aktionen mit Infostand als auch bei den Sensibilisierungsschulungen habe ich Momente erlebt, die mich besonders berührt und geprägt haben. Ich habe einmal in Fürth auf Einladung der dortigen Volkshochschule eine Sensibilisierungsschulung gehalten, bei der neben städtischen Angestellten, Jobcenter-Mitarbeitenden, Bildungs- und Beratungsträgern auch der Leiter des Grünflächenamts und eine Ärztin aus der Kinderklinik zugegen waren. Wie diese Menschen aus den unterschiedlichen Bereichen gemeinsam überlegt und ein kluges (Verweis-)Netzwerk für ihre Stadt entwickelt haben, hat mich tief beeindruckt. Hier sieht man ganz deutlich: Grundbildung für Erwachsene ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und muss ganzheitlich gedacht und angepackt werden.“ (Friederike Risse, Projektleiterin bis 2026)

Begegnung am ALFA-Mobil. Bild: BVAG
Mit langjähriger Erfahrung und Einblicken in Struktur und Praxis von Alphabetisierung und Grundbildung in hunderten Orten in allen Bundesländern sowie organisatorischer Expertise unterstützt der Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V. mit dem ALFA-Mobil Grundbildungsanbieter vor Ort dabei, ihre Kurse zu bewerben, wichtige Mitstreiter zu gewinnen und für das Thema zu sensibilisieren und das Thema in Presse und Öffentlichkeit zu platzieren. Dafür organisiert das ALFA-Mobil-Team Innenstadt-Aktionen, Stände auf Messen und Sensibilisierungsschulungen für Jobcenter-Mitarbeitende, Lehrende, Ehrenamtliche, medizinisches Personal usw.
„Jede Aktion war auf ihre Art besonders – allein schon durch das Zusammenkommen und -arbeiten mit den engagierten Partner*innen vor Ort sowie mit den hingebungsvollen Lernbotschafter*innen. Bei jeder Aktion gab es bewegende Begegnungen und gute Gespräche. Die Vorstellung, dass sie früher oder später eine kleine oder große emanzipatorische Wirkung entfalten, ist besonders schön.“ (Daniel Weber, ehemaliger Projektmitarbeiter)
Seit 2004 hat das ALFA-Mobil verschiedene Phasen durchlebt, 2026 endete eine lange Phase der Projektförderung durch das Bundesbildungsministerium (BMBF bzw. BMBFSFJ), in denen sogar zwei Fahrzeuge von Münster und Berlin aus unterwegs waren. Dank einer Spende der Sparkasse Münsterland Ost bleibt ein Fahrzeug in unserem Besitz und wir suchen nach Möglichkeiten, die wertvolle Arbeit mit dem ALFA-Mobil weiter zu finanzieren.


Downloads
Einen Überblick über zwei Jahrzehnte ALFA-Mobil bietet der Beitrag „20 Jahre Öffentlichkeitsarbeit und Beratung mit dem ALFA-Mobil – eine Erfolgsgeschichte“ von Peter Hubertus und Daniel Weber, der 2024 in zwei Ausgaben unserer Zeitschrift ALFA-Forum erschienen ist. Lesen Sie auch den Rückblick auf die letzte Projektförderphase „Das Team erinnert sich an besonders gelungene Aktionen“ von 2026, der eindrücklich zeigt, wie viel Begegnung und Wirkung das Projekt ermöglicht hat.
Im Rahmen der Projektlaufzeit 2022-2024 hat das Projektteam eine Handreichung erarbeitet, die vor allem bei der Ansprache und der Öffentlichkeitsarbeit helfen soll. Diese können Sie gerne für Ihre Arbeit nutzen: „Aufsuchende Beratung am ALFA-Mobil – Handreichung zum Wissenstransfer“ (Stand 10/2025)